DIE METHODE

Innere Kraft

Was innere Kraft bedeutet – im Alltag und in der Kampfkunst Tai Chi. Und warum Entspannung stärker ist als Muskelkraft.

Was ist innere Kraft?

»Innere Kraft« ist ein Begriff mit vielen Facetten. Er beschreibt unsere Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen, authentisch zu sein und aus uns selbst heraus Energie zu schöpfen – ohne äußere Anstrengung, ohne Kampf.
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Innere Kraft im Alltag

Im täglichen Leben zeigt sich innere Kraft auf vielfältige Weise:

Emotionale Stabilität

Die Fähigkeit, mit Stress, Angst oder Trauer umzugehen, ohne sich davon überwältigen zu lassen.

Selbstvertrauen

Der Glaube an die eigene Fähigkeit, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen.

Resilienz

Die Kraft, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Authentizität

Treu zu sich selbst zu stehen, auch wenn äußere Erwartungen Druck ausüben.

Willenskraft

Die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren und durchzuhalten – auch wenn es schwer wird.

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Innere Kraft in der Kampfkunst

Im Tai Chi als Kampfkunst bezeichnet innere Kraft eine reale Kraft, die es ermöglicht, einen Angreifer auf Distanz zu halten und ihn zu entwurzeln – ohne ihn zu verletzen. Diese Fähigkeit hat Tai Chi im 19. Jahrhundert in China berühmt gemacht. Ihre Meister konnten einen Angreifer von sich abprallen lassen.

Während äußere Stile wie Karate oder Kungfu auf Schnelligkeit und äußere Kraft setzen (»Auge, Faust und Fuß«), arbeitet Tai Chi mit innerer Energie, dem Zusammenspiel von Yin und Yang, Balance und Achtsamkeit.

Song – Die Kraft der Entspannung

Nicht Muskelkraft (»Li«) wird trainiert, sondern Entspannung und »Sinken« (»Song«) ermöglichen es, das Kräftespiel der Faszienlinien des Körpers zu entwickeln und einzusetzen. Der Körper wird elastisch wie ein Ball – locker, aber verwurzelt. Nach einiger Übung wird er fähig zu sehr schnellen Bewegungen, die von der Vorstellungskraft »Yi« (intentionaler Geist) geführt werden.
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Tun und Sein

Unser Leben wird von zwei gegensätzlichen Antrieben bewegt:

Tun

  • Handeln
  • Bewegung
  • Den Gang des Lebens steuern

Sein

  • Nichthandeln
  • Stille
  • Bewegungsloses, zeitloses Selbst

Was vielen fehlt, ist die aktive Harmonisierung dieser Gegensätze in einer Aktivität. In der chinesischen Kultur wird das durch den Begriff »Wu Wei« bezeichnet – das Nichtun-im-Tun oder das »anstrengungslose Handeln«.

Diesen Ausgleich von Tun und Sein verspricht Tai Chi, die Bewegungskunst nach dem »Höchsten Prinzip« – und das höchste Prinzip ist die Verbindung polarer Kräfte.

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Körperhaben und Körpersein

Die Polarität von Tun und Sein zeigt sich auch in unserem Verhältnis zum Körper: Wir »haben« einen Körper (als Instrument) und wir »sind« ein Körper (als lebendiges Wesen). Tai Chi bringt beides zusammen – das Machen und das Geschehenlassen, das Steuern und das Fließen.
»Viele üben heute Taiji, aber es ist nicht das wahre Taiji. Wahres Taiji ist wirklich wunderbar.«

Chen Weiming, 1928

Warum entwickeln so wenige innere Kraft?

Millionen Menschen üben heute Tai Chi – mit guten Ergebnissen für Entspannung und Gesundheit. Aber nur wenige entwickeln dabei die innere Kraft, die das Tai Chi einst berühmt gemacht hat. Die Gründe:

Nur Form, keine Tiefe

Viele lernen die äußere Form, aber nicht die inneren Prinzipien dahinter.

Falscher Atemtyp

Ohne Kenntnis des eigenen Atemtyps bleibt die wichtigste Kraftquelle verschlossen.

Fehlende Überlieferung

Die »Geheimnisse« wurden in China traditionell zurückgehalten – nur wenige Meister geben sie offen weiter.

Atemtyp Tai Chi löst diese Probleme: Es verbindet die authentische Überlieferung mit der individuellen Ausrichtung auf Deinen Atemtyp – und öffnet so den Zugang zur inneren Kraft.

Demonstration der inneren Kraft

Video-Platzhalter

Meister Frieder Anders demonstriert innere Kraft: Der Partner wird entwurzelt, ohne dass sichtbare Muskelanstrengung erfolgt.

»Mit 4 Unzen tausend Pfund besiegen.«

Klassischer Tai Chi Spruch

Der Weg zur inneren Kraft

Innere Kraft entwickelt sich nicht über Nacht. Sie erfordert:

1

Deinen Atemtyp kennen

Erst die richtige Ausrichtung ermöglicht den Zugang zur Kraft.

2

Die Form lernen

Die äußere Bewegung als Gefäß für die innere Arbeit.

3

Die 7 Tore durchschreiten

Die Vertiefungsstufen, die das Innere erschließen.

4

Üben, üben, üben

Mit Geduld und Ausdauer – ohne Anstrengung, aber mit Beständigkeit.

»Folge nicht den Fußstapfen der Meister. Suche, was sie gesucht haben.«

Matsuo Bashō (1644–1694)

Bereit, Deine innere Kraft zu entdecken?

Der erste Schritt: Finde heraus, welcher Atemtyp Du bist.